Krankenhaus Martha-Maria St. Theresien
Informationen für Patienten

Medizinische Schwerpunkte, Diagnostik und Eingriffe

Richtiger Umgang mit Herzschrittmacher und ICD-Defibrillator

Die Arbeit im dritten Herzkatheterlabor am Krankenhaus Martha-Maria St. Theresien.

Unser kardiologisches Leistungsangebot

In unserer Klinik für Kardiologie behandeln wir alle Formen erworbener und angeborener Herzerkrankungen. Zur Diagnose und Therapie setzen wir auf modernste Verfahren. Unsere Schwerpunkte liegen:

  • in der Therapie der Herzkranzgefäßerkrankungen und des akuten Infarktes
  • in der Diagnostik und Therapie angeborener und erworbener Herzmuskelerkrankungen und Herzklappenfehler
  • in der Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen

Zudem führen wir alle nicht-invasiven kardiologischen diagnostischen Verfahren durch. Für akute kardiologische Interventionen besteht eine 24-Stunden-Herzkatheter-Bereitschaft an 7 Tagen der Woche. 

Darüber hinaus verfügen wir über mehrere Herzkatheterlabore.

Diagnostik und Eingriffe

Allgemeiner Check-up

Der Gesundheits-Check-up ist eine wichtige Vorsorgeuntersuchung für Frauen und Männer. Sie dient dazu, Krankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Herzprobleme frühzeitig zu erkennen.

Der Gesundheitscheck bietet die Möglichkeit für eine ärztliche Beratung zu Themen wie familiäre Vorbelastungen und andere Krankheitsrisiken. 

Welche Untersuchungen finden beim Check-up statt?

Zu Beginn des Gesundheits-Check-ups befragt der Arzt den Patienten zu seinen Vorerkrankungen und zu Krankheiten, die in seiner Familie vorkommen.

Das Augenmerk liegt dabei vor allem auf den häufig vorkommenden Erkrankungen wie:

  • Diabetes mellitus
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Bluthochdruck
  • Arterielle Verschlusskrankheit
  • Koronare Herzkrankheit
  • Lungenerkrankungen
  • Krebs

Auf diese Weise bestimmt der Arzt das individuelle Krankheitsrisikoprofil des Patienten und schätzt das persönliche Risiko ein. Neben der Krankengeschichte überprüft der Arzt den Lebenswandel des Patienten.

Er misst Körpergewicht und -größe, stellt dem Patienten Fragen zu seinem Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum und ermittelt, ob er sich ausreichend bewegt. Außerdem erfasst er die psychische Verfassung des Patienten.

Kardiologischer Check-up

Wann ist ein Vorsorge-Check Herz-Kreislauf zu empfehlen?

Zur Prävention, Früherkennung und laufender Kontrolle, bei:

  • privaten und beruflichen Dauerstresssituationen
  • Gesundheitschecks gesundheitsbewusster Menschen
  • Menschen mit familiärer Vorbelastung von Herz-Kreislauferkrankungen
  • Funktionellen Herzbeschwerden wie Herzklopfen, Herzrasen oder Herzstolpern
  • Patienten mit besonderen Risikofaktoren, zum Beispiel Stress, Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsarmut

Früherkennung ist entscheidend

Wir bieten Ihnen in Form des Vorsorge-Checks Herz-Kreislauf ein umfassendes und schonendes Präventionsprogramm, das Krankheiten und bisher unbekannte Risikofaktoren frühzeitig erkennt oder ein Fortschreiten bestehender Erkrankungen rechtzeitig verhindert.

Unser Vorsorgeprogramm Herz-Kreislauf beinhaltet eine ausführliche Untersuchung Ihres gesamten Herzkreislaufsystems, einschließlich des Gefäßsystems und der Lungenfunktion. Zudem untersuchen wir Sie auf Bluthochdruck, Stoffwechselerkrankungen und Herzrhytmusstörungen.

24-Stunden-Blutdruckmessung

Langzeitblutdruckmessung (24 Stunden)

Da der Blutdruck im Laufe eines Tages erheblichen Schwankungen unterworfen ist und er bereits auf kleinste körperliche und seelische Belastungen reagiert, erhält der Arzt zuverlässige Blutdruckwerte nur durch mehrmalige Messungen oder noch besser durch eine Langzeit-Blutdruckmessung oder eine 24-Stunden-Blutdruckmessung.

Für eine Langzeit-Blutdruckmessung oder eine 24-Stunden-Blutdruckmessung erhält der Patient ein spezielles Messgerät, das aus einer Manschette am Oberarm und einem kleinen Aufnahmegerät am Gürtel besteht. In festen Abständen von 15 Minuten tagsüber und 30 Minuten nachts misst das Gerät automatisch den Blutdruck und zeichnet ihn 24 Stunden lang auf.

Der Patient sollte den Arm während der Messung ruhig und auf Herzhöhe halten und sich ansonsten so bewegen wie immer. 

EKG

EKG (Elektrokardiogramm)

EKG steht für Elektrokardiogramm und bezeichnet eine Untersuchungsmethode, bei der die elektrische Aktivität des Herzens gemessen wird. Die sogenannte Herzaktion wird dabei über Elektroden abgeleitet und in Form von Kurven aufgezeichnet. Anhand dieser kann der Arzt beurteilen, ob das Herz störungsfrei funktioniert.

Das EKG zeichnet vor allem auf, wie oft das Herz pro Minute schlägt (Herzfrequenz) und wie regelmäßig es schlägt (Herzrhythmus).

Herzultraschall

Welche Arten von Herzultraschall gibt es?

Bei der sogenannten transthorakalen Echokardiografie (TTE) setzt der Arzt den Ultraschallkopf auf dem Brustkorb ab. Sie ist wie der Ultraschall der Bauchorgane eine einfache und risikofreie Untersuchung.

Bei der transösophagealen Echokardiografie (TEE) erfolgt die Ultraschalluntersuchung des Herzens von der Speiseröhre aus. Für den Patienten läuft die Untersuchung ähnlich ab wie eine Magenspiegelung. Der Arzt führt einen Schlauch über den Mund in die Speiseröhre ein. Am Ende des Schlauches befindet sich der Schallkopf. Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass der Arzt den Schallkopf direkt neben dem Herzen platzieren kann. So kann er auch kleinere Strukturen, wie zum Beispiel Blutgerinnsel, erkennen, die von außen nicht sichtbar gewesen wären.

Bei derStressechokardiografie muss der Patient während der Ultraschalluntersuchung seine Herztätigkeit durch gleichzeitiges Fahrradfahren oder die Einnahme von Medikamenten steigern. Der Arzt sucht hierbei nach Veränderungen der Herzfunktion, die sich erst bei körperlicher Belastung zeigen.

 

 

Herzkatheteruntersuchung

Koronarangiografie (HKU)

Stenose RCX HKL

Bei der Herzkatheteruntersuchunghandelt es sich um ein minimal-invasives Diagnoseverfahren zur Untersuchung von krankhaften Veränderungen der Herzkranzgefäße, der Herzklappen, des Herzmuskels und der Herzanlage. Im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung wird ein dünner Kunststoffschlauch, der sogenannte Herzkatheter, über Venen oder Arterien der Leiste, der Ellenbogen oder des Handgelenkes eingeführt und bis zum Herzen vorgeschoben.

Dabei werden mit dem Herzkatheter je nach Untersuchungsziel unterschiedliche Stellen im Herzen oder den Herzkranzgefäßen angesteuert.

 

 

Koronarangioplastie (Notfallangiografie)

Wie funktioniert die PTCA (Koronarangioplastie)

Der Ablauf der PTCA ähnelt zunächst dem der Herzkatheteruntersuchung. Es wird über die Schleuse ein Katheter entgegen dem Blutstrom zum Herzen geführt und in die Öffnung der Herzkranzarterie eingelegt. Durch das Innere dieses Katheters werden dann kleinere Katheter in die Herzkranzarterie vorgeschoben, um die Engstelle aufzudehnen.

Daher wird dieser Katheter auch als Führungskatheter bezeichnet. Um die Bildung von Gerinnseln im Herzkranzgefäß zu verhindern, wird ein Medikament (Heparin)gegeben. Zunächst muss die durch Plaques entstandene Engstelle unter Röntgenkontrolle mittels eines sehr dünnen, biegsamen Drahts, der einen Durchmesser von nur 0,1 mm hat, passiert werden.

Dies ist die Grundvoraussetzung für die spätere Aufdehnung der Engstelle, da der Draht im weiteren  als Führungsschiene, vergleichbar mit einer Straßenbahnschiene, für den Ballonkatheter benutzt wird. Ist die Engstelle überwunden, wird der Draht bis weit in die Herzkranzarterie vorgeschoben. Über diesen Draht wird ein Ballonkatheter zur Engstelle vorgeführt.

Wie funktioniert ein Ballonkatheter?

Dieser Ballonkatheter ist ein dünner Katheter, der einen Durchmesser von rund 1 Millimeter besitzt, an dessen Ende sich ein mit Flüssigkeit aufdehnbarer Ballon befindet, der zunächst zusammengefaltet ist. 

Ist der Ballon an der richtigen Position, also in der Engstelle, wird er mit einem Gemisch von Röntgen-Kontrastmittel und steriler Kochsalzlösung aufgedehnt. Dabei wird je nach der Härte und Verkalkung der Verengung ein Druck von bis zu 25 bar auf die Engstelle ausgeübt.

Im Vergleich dazu beträgt der Druck in einem Autoreifen 1,8 bis 3,0 bar, bei Fahrradreifen ca. 8 bar. Bei der Ballonaufdehnung (Ballondilatation) wird die Dehnbarkeit des Gefäßes ausgenutzt und das Gefäß überdehnt. Die Verengung wird in die Gefäßwand gepresst.

Setzen eines Stents

Nach zehn bis 60 Sekunden wird der Ballon abgelassen und zurückgezogen. Das Ergebnis wird mittels Röntgen-Kontrastmittel kontrolliert. Während der Aufdehnung (Ballondilatation) ist der Blutfluss in der Herzkranzarterie unterbrochen, sodass Beschwerden als Druckgefühl hinter dem Brustbein oder in der linken Brust (Angina Pectoris) auftreten können. 

In seltenen Fällen spürt der Patient die eigentliche Gefäßdehnung. Nach Ablassen des Ballons bessern sich diese Beschwerden in der Regel sofort. Allerdings kann ein geringes Druckgefühl noch bis zu 24 Stunden anhalten.

Zumeist wird heute im Anschluss an die PTCA oder auch direkt eine Gefäßstütze eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein dünnes Drahtgeflecht (Stent), das auf einen Ballonkatheter in zusammengefaltetem Zustand aufgesetzt ist. Durch Aufdehnung des Ballons wird das Drahtgeflecht an die Gefäßwand gepresst und das Gefäß ähnlich wie beim Tunnelbau aufgespannt.

Chest Pain Unit (Brustschmerz-Einheit)

Was ist eine Chest Pain Unit?

Die Chest Pain Unit (englisch für Brustschmerzeinheit) ist eine Diagnostik- und Therapieeinheit zur Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuten Brustschmerzen.

  • Durch standardisierte diagnostische Abläufe wird so rasch wie möglich überprüft, ob eine Herzerkrankung ursächlich für die Brustschmerzen ist.
  • Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit einem akutem Koronarsyndrom (wie Herzinfarkt oder Angina pectoris) schnell zu identifizieren und zügig einer adäquaten Behandlung zuzuführen.

Schon im Jahr 2012 wurde am Krankenhaus Martha-Maria St. Theresien die Chest Pain Unit zertifiziert. Die Abläufe innerhalb der Chest Pain Unit sind von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie genau festgelegt.

Unser Leistungsspektrum

  • EKG und Blutwerte liefern oftmals erste Informationen.
  • Bei Bedarf folgen Ultraschall, Computertomografie, Kernspintomografie oder eine Herzkatheteruntersuchung.

Was sind die Voraussetzungen für eine Chest Pain Unit?

  • 24-Stunden-Bereitschaft von mindestens vier Kardiologen für die Notfallbehandlung.
  • Verfügbarkeit von mindestens vier Betten mit Monitoring der wichtigen Körperfunktionen
  • Ein Herzkatheterlabor, in dem rund um die Uhr Untersuchungen durchgeführt werden können.

Daher ist die Chest Pain Unit organisatorisch direkt mit unserer Interdisziplinären Notaufnahme verbunden. 

 

 

Herzrhythmus (EPU, Ablation und Herschrittmachertherapie)

Ratgeber: Herzschrittmacher und ICD-Defibrillator

Ein Herzschrittmacher ist ein kleines Gerät, das im Bereich des Brustmuskels unter die Haut implantiert wird und den Herzrhythmus überwacht, vor allem bei zu langsamem Herzschlag.

Im Gegensatz dazu wird ein Defibrillator implantiert, wenn das Herz eines Patienten zu schwach pumpt oder wenn ein Patient wegen schweren Herzrhythmusstörungen wiederbelebt wurde bzw. wenn schwere und schnelle Kammeraktionen (Kammerflimmern oder Kammertachykardie) aufgetreten sind.

In unserem FAQ wollen wir die wichtigsten Fragen beantworten und die Angst nehmen.

Diagnostik und Katheterablation von Herzrhythmusstörungen

Die EPU stellt eine spezielle Herzkatheteruntersuchung bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen da. Dabei werden über die Leiste oder die Schlüsselbeinvene Elektrokatheter in das Herz eingebracht. Diese Spezialkatheter können an verschiedenen Stellen im Herzen elektrische Signale erfassen.

Die EPU setzen Ärzte in mehreren Fällen ein: Wenn beispielweise im Langzeit-EKG Rhythmusstörungen festgestellt wurden, die einer genaueren Abklärung oder einer Behandlung durch eine Katheterablation bedürfen.

Was passiert bei einer Katheterablation?

Bei einer Katheterablation verödet der Arzt schmerzfrei den Bereich des Herzgewebes, von dem die Herzrhythmusstörung ausgeht. Auch hierfür gibt es spezielle Katheter.

Sie arbeiten meistens mit Hochfrequenzstrom oder mit Kälte. Die EPU dient vorab zum Auffinden des Herdes. Beispielweise, wenn zusätzliche Leitungsbahnen im Herzen vorliegen, die eine Art elektrischen "Kurzschluss" verursachen, kann die Katheterablation diese Leitungsbahnen ausschalten. 

Was ist ein Herzschrittmacher?

Ein Herzschrittmacher ist ein kleines Gerät, das im Bereich des Brustmuskels unter die Haut implantiert wird und den Herzrhythmus überwacht, vor allem bei zu langsamem Herzschlag.

Was ist ein Defibrillator?

Im Gegensatz zum Herzschrittmacher wird ein Defibrillator implantiert, wenn das Herz eines Patienten zu schwach pumpt oder wenn ein Patient wegen schweren Herzrhythmusstörungen wiederbelebt wurde oder wenn schwere und schnelle Kammeraktionen (Kammerflimmern oder Kammertachykardie) aufgetreten sind.

Durch einen Stromstoß des Defibrillators wird das Herz kurz zum Stillstand gebracht, damit es anschließend wieder seinen normalen Rhythmus findet, dadurch wird dem Betroffenen das Leben gerettet. Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) erkennt ein Kammerflimmern automatisch und reagiert innerhalb von wenigen Sekunden gezielt auf diesen Vorgang.

Was ist ein Eventrecorder?

Im Gegensatz zum EKG (wird auf der Haut abgeleitet) wird  ein Event Recorder oder ein Loop Recorder (ILR) unter der Haut eingebracht (implantiert). Ein Event Recorder dokumentiert die Herzaktionen ununterbrochen und kann mit einem speziellem Programmer in der HPK von außen abgefragt werden. 

Sinnvoll ist ein Event Recorder für die Abklärung von wiederholten Bewußtlosigeitszuständen und zur Erfassung von kurz anhaltenden und wiederkehrenden Rhythmusstörungen.

Der Krankenhausaufenthalt: Wie verläuft die Herzschrittmacher- bzw. Defibrillator-OP?

Am Tag der stationären Aufnahme melden Sie sich mit einer Einweisung vom Hausarzt oder Kardiologen in der Patientenaufnahme.

Je nach Operation erwarten Sie in der Regel ein bis zwei Übernachtungen in der Klinik. Am Aufnahmetag erfolgt eine erneute ärztliche Untersuchung, eine Blutentnahme, eine ausführliche Aufklärung und gegebenenfalls eine Röntgenuntersuchung.

Am Tag der Operation werden Sie gebeten, nüchtern zu bleiben.

Wir bitten Sie 24 Stunden vor dem Tag der Operation Blutverdünner, wie Pradaxa, Xarelto, Eliquis oder Lixiana sowie am OP Tag nicht einzunehmen. Eine Marcumareinnahme sollte rechtzeitig mit Ihrem Hausarzt, Kardiologen oder gerne mit uns vorab besprochen werden. Das gilt auch für ASS, Plavix, Ticagrelor oder Prasugrel.

Am Tag nach der Operation erfolgt eine Kontrolle des Schrittmachers. Über weitere Kontrollen werden Sie am Tag ihrer Entlassung informiert.

Bitte beachten Sie, dass die OP-Wunde zehn bis 14 Tage vor Wasser geschützt werden muss. Der entsprechende Arm auf der Implantationsseite sollte für mindestens vier Wochen geschont und nicht über die Horizontale gehoben werden. Die Haut wurde mit resorbierbarem Nahtmaterial verschlossen, ein Fadenzug ist somit nicht notwendig.

Sie werden von uns einen Aggregatausweis bekommen, den Sie bitte immer mit sich führen. In diesem sind individuelle Systemeinstellungen vermerkt. Die nächste Kontrolle ist rund vier Wochen nach Implantation notwendig. Diese kann in unserer Rhythmusambulanz sowie bei niedergelassenen Kollegen erfolgen.

Sollten Sie noch Fragen an uns haben, sind wir jederzeit für Sie gerne da!

Wie verläuft die Schrittmacher- bzw. Defibrillator-OP?

Nach allen Vorbereitungsmaßnahmen findet die OP in einer kurzen Schlafnarkose statt. Eine Vollnarkose ist nicht notwendig. Zusätzlich erfolgt eine örtliche Betäubung. Es folgt ein kleiner Hautschnitt unterhalb des Schlüsselbeins. Über diesen wird die Schlüsselbeinvene punktiert und die Schrittmacher- und Defibrillatorelektroden in das Herz vorgeschoben und dort fest verankert. 

Bei guten Elektrodenmesswerten werden die Sonden sodann mit dem Aggregat verbunden. Dieses wird unter der Haut oder dem großen Brustmuskel implantiert. Die Wunde wird mit resorbierbarem Nahmaterial verschlossen. Ein Fadenzug ist somit nicht notwendig. Nach der Operation gelangen Sie wieder auf Ihr Stationszimmer.

 

Was ist zu tun, wenn trotz Schrittmacher wieder Herzprobleme auftreten?

Falls Ihre Herzprobleme nach anfänglicher Besserung wieder zurückkehren, sollten Sie ebenfalls mit Ihrem Arzt sprechen.

Eventuell ist eine Schrittmacher-Sonde verrutscht, mit der die elektrischen Impulse vom Schrittmacher-Aggregat zum Herzen übertragen werden, was sich bei einer Kontrolluntersuchung rasch klären lässt.

Was ist mit Blick auf sportliche Aktivitäten erlaubt?

Sport hilft dabei, sich vor einem Herzinfarkt und anderen Herzerkrankungen zu schützen. Auch Menschen mit einem Herzschrittmacher profitieren davon. 

Ungeeignet sind Kampfsportarten, bei denen es zu harten Stößen oder Schlägen am Oberkörper kommen kann, etwa Karate oder Boxen. Geeignet sind Ausdauersportarten wie Joggen, Nordic Walken, Wandern, Radfahren oder Skilanglauf.

Die Programmierung des Herzschrittmachers muss gezielt auf den geplanten Sport abgestimmt werden, damit die Herzfrequenz während der Belastung im richtigen Moment und im richtigen Ausmaß ansteigt. Um die optimalen Schrittmacher-Einstellungen für den Sport zu finden, können mehrere Praxisbesuche erforderlich sein.

Abstand zu Elektrogeräten

Wenn es bei einem Herzschrittmacher oder Defibrillator zu Fehlfunktionen kommt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. In schweren Fällen kann es zur Bewusstlosigkeit kommen. Herzschrittmacher-Träger sollten daher genau Bescheid wissen, wie viel Abstand zu welchen elektrischen Geräten empfohlen wird.

  • Mobiltelefone: Störungen sind sehr selten. Der empfohlene Mindestabstand beträgt 15 bis 20 Zentimeter. Tragen Sie das Handy nicht in Hemd- oder Jackentaschen und halten Sie es zum Telefonieren idealerweise an das Ohr, das dem Herzschrittmacher gegenüberliegt.
  • Elektrische Zahnbürste, Rasierapparate, Lockenstäbe oder Föhne sind unbedenklich.
  • Zu Haushaltsgeräten wie Herd, Toaster, Wasch- und Spülmaschine, Trockner oder elektrischer Dosenöffner sollten Sie einen Mindestabstand von 15 bis 30 Zentimetern einhalten. Bei Induktionsherden ist es wichtig, sich anhand der Bedienungsanleitung zu vergewissern, ob die Benutzung des Induktionsherdes für Herzschrittmacher- oder Defibrillator-Träger grundsätzlich gestattet ist oder ob der Hersteller zusätzliche Hinweise gibt.
  • Zuhause und im Beruf: Seien Sie vorsichtig beim Umgang mit elektrischen Werkzeugen. Sicherheitsabstand von mindestens 30 Zentimetern bei Bohrmaschinen, elektrischen Laub- oder Kettensägen, Akkuschraubern und anderen akkubetriebenen Werkzeugen. Seien Sie besonders vorsichtig beim Einsatz von elektrischen Rasenmähern und Heckenscheren, da deren Motoren oft nicht ausreichend abgeschirmt sind.
  • Eine individuelle Arbeitsplatzbegehung ordnet der Kardiologe für Träger von Schrittmachern und Defibrillatoren an, die sich beruflich in Industrieanlagen aufhalten müssen, zum Beispiel in der Nähe von Transformatoren oder Hochspannungsbetriebsanlagen.

 

Was ist bei Urlaubsreisen wichtig?
  • Bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen müssen sich Patienten mit Herzschrittmacher oder Defibrillatoren vorher melden, damit eine manuelle Kontrolle durchgeführt werden kann.
  • Patienten mit implantierten Herzschrittmachern oder Defibrillatoren dürfen ein Sonnenbad nehmen. Auch der Besuch einer Sauna ist möglich.
  • Im Tauchurlaub gilt: Insbesondere bei Tauchgängen in tiefere Gewässer kann Gewebsflüssigkeit in den Herzschrittmacher/Defibrillator gepresst und auf diese Weise Schäden an der Elektronik verursacht werden. Halten Sie Rücksprache mit dem Hersteller des Gerätes.
Kann ich eine Kernspin-Untersuchung machen?

Eine Kernspinuntersuchung ist auch mit einem Herschrittmacher oder Defibrillator möglich. Es erfordert jedoch eine enge und abgestimmte Kooperation zwischen Radiologie und Kardiologie, da vor und nach der Untersuchung eine Kontrolle des Herzschrittmachers/Defibrillators erfolgen sollte.

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