Diagnostik, Therapie und Untersuchungen in der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin
Als Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin wirken wir an allen Notfällen in am Krankenhaus Martha-Maria St. Theresien in Nürnberg mit. Medizinische Notfälle sind oftmals besonders komplex. Wir betreuen alle operativen, interventionellen, diagnostischen und ambulanten Bereiche.
Bei geplanten Eingriffen beurteilen wir während des Prämedikationsgespräches das individuelle Risiko unserer Patienten und legen danach das adäquate intraoperative Überwachungs- und Anästhesieverfahren fest.
Narkose-Aufklärung und Schmerztherapie
Beginnend mit einem ausführlichen Aufklärungsgespräch in unserer Anästhesieambulanz werden unsere Patienten vorab über die für sie geeigneten Narkoseverfahren und die individuelle postoperative Schmerztherapie informiert.
Die Narkose mit lückenloser Überwachung aller Organfunktionen erfolgt ausschließlich durch anästhesiologische Fachkräfte, die unsere Patienten während der gesamten Operation und bis zur Verlegung aus dem Aufwachraum betreuen.
Unsere anästhesiologische Betreuung erstreckt sich über die introperative Phase hinaus. Dabei ist unser Ziel ist eine patienten- und eingriffsorientierte Schmerzausschaltung.
Anästhesiologische Betreuung vor, während und nach der OP
Im Aufwachraum haben die Patienten die Möglichkeit, in Ruhe nach der Narkose unter ständiger Kontrolle der Vitalparameter wieder zu sich zu kommen.
Eventuell auftretende Übelkeit und Schmerzen können so unverzüglich behandelt werden bis unsere Patienten zurück auf die Stationen verlegt werden. Die postoperative schmerztherapeutische Behandlung mit Periduralanalgesie und Co. erfolgt durch Fachärzte für Anästhesiologie und Schmerztherapie.
Um höchste Qualität zu garantieren, haben wir ein regelmäßiges Rea-Training für unsere Mitarbeiter im gesamten Krankenhaus etabliert. Somit führen wir regelmäßig Fortbildungen durch unser speziell geschultes Team durch.
Unser Leistungsspektrum
Unser Team aus erfahrenen, hochqualifizierten Narkoseärzten und Fachpflegekräften sorgt unter anderem durch den Einsatz modernster Medizintechnik wie Ultraschalldiagnostik und erweiterter Herz-Kreislaufüberwachung für die größtmögliche Sicherheit während des gesamten operativen Eingriffes und darüber hinaus.
Durch eine kontinuierliche Überwachung können so sehr schwierige Operationen auch bei Hochrisikopatienten sicher durchgeführt werden.
Unsere Schwerpunkte
Unsere medizinischen Schwerpunkte haben wir Ihnen untenstehend kompakt aufgeführt.
Zusätzlich gehört zu unserem Leistungsspektrum Bronchoskopie und Videolaryngoskopie, Diagnostik und Therapie mittels Ultraschall, differenzierte, patientenadaptierte Beatmung, intraoperative Echokardiographie (TEE), invasive Blutdruckmessung und erweiterte Herz-Kreislaufüberwachung (HZV-Bestimmung mittels Thermodilution), eine kontinuierliche EKG-Überwachung (inklusive ST-Strecken Monitoring), Messung der Narkosetiefe (BIS-Monitoring) und Messung der Muskelaktivität (Relaxometrie).
Ambulantes Operieren
Narkosen bei ambulanten Operationen werden im Krankenhaus Martha-Maria St. Theresien schon seit über 30 Jahren durchgeführt. Im Zuge der Gesundheitsreform wurde der Katalog möglichst ambulant durchzuführender Operationen stark erweitert.
Unsere operative Ambulanz ist sowohl räumlich als auch personell darauf eingestellt. Zwei Operationssäle, ein Aufwachraum und eine Station für die Versorgung nach dem Eingriff bis zur Entlassung nach Hause stehen bereit.
Jederzeit besteht die Möglichkeit der stationären Aufnahme. Etwa, wenn ein Eingriff länger dauert als geplant oder wenn Komplikationen auftreten, die eine längere Überwachung nötig machen.
Ihr einweisender Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob der Eingriff ambulant durchgeführt werden kann.
Vorbereitung für eine ambulante Operation
- Voruntersuchung beim Hausarzt: Blutentnahme, EKG und eventuell Röntgenuntersuchung des Brustkorbes
- Termin für das Narkosevorgespräch bei unserer Assistenz unter der Telefonnummer 0911 5699-324 vereinbaren.
- Kümmern Sie sich bitte um eine Begleitperson, die Sie am Operationstag nach Hause bringt und Sie über Nacht betreut. Ohne häusliche Betreuung ist keine ambulante Operation in Narkose möglich!
Narkoseaufklärung
Bringen Sie zum vereinbarten Termin Ihre Untersuchungsbefunde mit. Das Sekretariat der Anästhesie befindet sich im Erdgeschoss links vom Haupteingang. Dort erhalten Sie den Aufklärungsbogen mit der Einverständniserklärung für die Narkose zum Ausfüllen.
Beim anschließenden Gespräch wird der Narkosearzt auf alle wichtigen Punkte eingehen und Ihre Fragen beantworten. Dann wird festgelegt, welche Narkose für Sie geeignet ist. Ihre Unterlagen geben Sie anschließend auf der Station ab, auf der Sie sich dann auch am Operationstag einfinden werden.
Ablauf des Operationstages
- Kommen Sie ein bis zwei Stunden vor dem Eingriff auf die Station. Dort wird man Sie vorbereiten.
- Kinder bis etwa zehn Jahren erhalten einen Beruhigungssaft und ein Schmerzzäpfchen. (Dieses eventuell erst in Narkose, falls das Kind das Zäpfchen ablehnt.)
- Man fährt Sie im Bett in die operative Ambulanz. Kinder dürfen selbstverständlich von einem Elternteil begleitet werden.
- Nach dem Eingriff werden Sie im Aufwachraum betreut. Auch hier dürfen Eltern wieder bei ihren Kindern sein. Der Narkosearzt entlässt Sie von dort auf die Station und legt in Absprache mit dem Operateur fest, wann Sie nach Hause dürfen.
- Rechnen Sie mit einer Nachbetreuungszeit von zwei Stunden. In bestimmten Ausnahmefällen ist es möglich, eine verlängerte Nachbetreuung über Nacht zu vereinbaren.
Allgemeinanästhesie
Allgemeinanästhesie
Was passiert bei der Allgemeinanästhesie?
Bei der Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) wird der Patient mit Hilfe von Medikamenten und/oder Narkosegas in einen Zustand des Tiefschlafes versetzt, um operative Eingriffe ohne Bewusstsein und ohne Schmerzempfinden durchführen zu können.
Die Allgemeinanästhesie erfolgt in der Regel in zwei verschiedenen Varianten:
- Zum einen in Form der balancierten Anästhesie. Das heißt: Durch Gabe eines Inhalationsgases und gleichzeitiger Gabe intravenöser Anästhetika.
- Zum anderen durch Anwendung rein intravenöser Anästhetika. Bis zum Ende der Narkose werden unsere Patienten nun mit Hilfe eines Beatmungsschlauches (Tubus) oder einer Kehlkopfmaske (Larynxmaske) beatmet.
Analgosedierung
Analgosedierung
Was passiert bei der Analgosedierung?
Während der Analgosedierung wird der Patient mit Hilfe von Medikamenten in einen angenehmen und schmerzfreien Dämmerschlaf versetzt, um kleinere operative Eingriffe durchführen zu können. Dabei atmet der Patient selbst (Spontanatmung) und kann auf äußere Reize noch reagieren.
Anästhesie bei erschwerter Intubation
Anästhesie bei erschwerter Intubation
Die entscheidende Voraussetzung für die Allgmeinanästhesie ist die Sicherstellung der Atemwege. Gerade bei Operationen im Kopf-Hals-Bereich kann es Situationen geben, die eine künstliche Beatmung erschweren.
Durch die langjährige Erfahrung unseres hochqualifizierten Personals und dank modernster medizinischer Technik (videounterstützte optische Laryngoskopie) können wir präoperativ diese Risikopatienten identifizieren und durch erarbeitete Handlungsabläufe geeignete Maßnahmen einleiten, um eine größtmögliche, perioperative Sicherheit für unsere Patienten zu gewährleisten.
Anästhesie bei HNO-Eingriffen
Anästhesie bei HNO-Eingriffen
Das Spektrum der Eingriffe im HNO-Bereich erstreckt sich von rein diagnostischen Maßnahmen bis hin zur großen Tumorchirurgie mit der Notwendigkeit zur plastisch-chirugischen Defektdeckung.
Dabei charakterisiert nicht nur die räumliche Beziehung zwischen dem Operationsgebiet und dem Atemweg des Patienten die besondere Situation für den Anästhesisten, sondern auch die Versorgung von Patienten aller Alters- und Risikogruppen.
Abteilungsübergreifende Kooperationen
Gerade bei diesen Patienten ist mit dem vermehrten Auftreten eines schwierigen Atemweges zu rechnen. Eine enge und professionelle Zusammenarbeit im interdisziplinären Team von Chirurgie und Anästhesie ist für uns selbstverständlich und sorgt für größtmögliche Patientensicherheit in diesem Bereich.
Anästhesie bei thoraxchirurgischen Eingriffen
Anästhesie bei thoraxchirurgischen Eingriffen
Jährlich werden in unserer Klinik für Anästhesiologie am Krankenhaus Martha-Maria St. Theresien Nürnberg in der Stadenstraße rund 120 thoraxchirurgische Eingriffe durchgeführt.
Die enge Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen Anästhesiologie und Thoraxchirurgie ist bei diesem Vorgehen unverzichtbar, da bei derartigen Eingriffen sowohl der Anästhesist als auch der Operateur in die Atemmechanik der Lunge eingreifen.
Vielseitige Überwachungstechniken während der OP
Dazu wiederum ist eine Beatmungs-Trennung von linker und rechter Lunge mit Hilfe von speziellen Beatmungsschläuchen (Doppellumentubus) notwendig.
Während der gesamten Operation stehen dem Anästhesisten differenzierte Überwachungstechniken bis hin zum erweiterten hämodynamischen Monitoring bei Hochrisikopatienten zur Verfügung. Peri- und postoperativ wird zur optimalen Schmerztherapie eine Periduralanästhesie durchgeführt.
Anästhesie bei viszeralchirurgischen und endokrin-chirurgischen Eingriffen
Anästhesie bei viszeralchirurgischen und endokrin-chirurgischen Eingriffen
Unsere anästhesiologische Abteilung betreut alle viszeralchirurgischen sowie endokrin-chirurgischen Eingriffe.
Sicherheit bei großen OPs
Durch unsere modernen Überwachungsverfahren zur Steuerung von Herz-Kreislauf-Funktion sowie Flüssigkeits- und Elektrolytbilanzierung bieten wir größtmögliche Sicherheit.
Das gilt insbesondere auch für größere Operationen wie die Entfernung von Dickdarm, Dünndarm oder auch Leberresektionen. Gerade in diesem Bereich kommt zur optimalen Schmerztherapie die Periduralanästhesie zum Einsatz, die postoperativ weiter durch unser Team betreut und an individuelle Bedürfnisse angepasst wird.
Stimmband-Schonung bei der OP
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Abteilung ist die anästhesiologische Betreuung während Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenoperationen.
Die Verhinderung von Stimmbandschäden durch Verletzung eines Nervs erfordert besonderes Augenmerk. Mittels spezieller Sensoren am Beatmungsschlauch werden die Stimmbandnerven während der Operation ständig überwacht.
Kinderanästhesie
Wie alt und groß muss mein Kind sein?
Wir führen Narkosen an Kindern ab dem dritten Lebensjahr durch. Die Kinder sollten ein Körpergewicht von mindestens 15 Kilogramm haben.
Jüngere oder kleinere Kinder möchten wir den Kollegen an spezielle Zentren für Kinder überlassen, die aufgrund ihrer Spezialisierung über entsprechende Erfahrungen und die notwendige Ausstattung verfügen.
Wann wird mein Kind operiert?
Je nach der durchzuführenden OP ist sowohl eine stationäre als auch eine ambulante Behandlung möglich. Um den Kindern die Angst vorm Nadel-Legen zunehmen, erhalten sie vorher einen Beruhigungssaft und es wird auf die mögliche Einstichstelle eine hautbetäubende Salbe aufgebracht.
Wegen der geforderten Nüchternheit der Patienten vor dem Eingriff, was besonders für die kleineren Kinder oft ein Problem darstellt, sind wir bemüht, die OP-Termine möglichst früh am Tag mit dem Operateur zu vereinbaren.
Besonders am Herzen liegt uns die Nähe und Einbeziehung der Eltern in den perioperativen Ablauf.
Wann kann mein Kind wieder nach Hause?
Die Anwesenheit eines Elternteils bis zum Einschlafen am Anfang der Narkose und unmittelbar nach Narkoseende im Aufwachraum ist erwünscht. Unser Aufwachraum ist mit maximal drei Patienten pro Zimmer ruhig und angenehm.
Zum Ausschlafen und Erholen nach der OP stehen für die ambulanten Patienten komfortable Zimmer auf unserer Station B2 zur Verfügung. Die Kinder sollten nach Beendigung des Eingriffes mindestens zwei Stunden zur Überwachung bei uns bleiben.
Im Bedarfsfall können die kleinen Patienten mit Ihren Eltern auch jederzeit länger verweilen. Ist ein stationärer Aufenthalt angezeigt, so kann das Kind von einem Elternteil während diese Zeit im Krankenhaus begleitet werden. Das Übernachten im Zimmer des Kindes ist möglich.
Narkoseverfahren nach Fachbereichen
Im Folgenden sind für die verschiedenen medizinischen Fachbereiche einige typische Operationen mit den entsprechenden Narkoseverfahren aufgeführt.
Allgemeinchirurgie
Obligatorisch in Intubationsnarkose werden zum Beispiel die verschiedenen Bauch-OPs im Knopfloch-Verfahren (laparoskopisch) wie endoskopische Blinddarm- oder Gallenblasenentfernung oder Leistenbruch sowie Operationen an der Schilddrüse und in Bauchlagerung durchgeführt.
Bei großen Baucheingriffen wie Darmoperationen wird zusätzlich die Anlage eines Schmerzkatheters (Periduralkatheter) vorgenommen. Die Entfernung von Krampfadern kann in Spinalanästhesie erfolgen.
Die Einlage eines Herzschrittmachers oder eines Portkatheters findet mit lokaler Betäubung und unter narkoseärztlicher Überwachung (Stand by-Verfahren) statt.
Unfallchirurgie
Allgemein lässt sich sagen, dass alle Eingriffe an der unteren Körperhälfte in Spinalanästhesie durchgeführt werden können. Dazu gehören insbesondere die Implantation von Hüftprothesen und die Versorgung von Oberschenkelhalsbrüchen. Diese Narkoseform ist vor allem im höheren Lebensalter besonders schonend und ohne Altersbegrenzung einsetzbar.
Eingriffe bei Knochenbrüchen an den Armen und zum Beispiel am Schlüsselbein werden vorzugsweise in Vollnarkose (mit Larynxmaske oder Tubus) durchgeführt.
Urologie
Urologische stationäre Patienten, bei denen über die Harnröhre operiert wird (zum Beispiel: Harnblasenspiegelung, TUR-Prostata, Harnleiterschienung, Harnröhren-OP, Laserbehandlung) erhalten meistens eine Spinalanästhesie.
Bei großen Prostata-, Harnblasen- und Nierenoperationen wird eine Kombination aus Periduralanästhesie und Intubationsnarkose bevorzugt.
Frauenheilkunde
Zur Entfernung der Gebärmutter kommt immer eine Vollnarkose zum Einsatz, die bei der Operation über die Scheide möglichst mit einer Spinalanästhesie kombiniert werden sollte.
Bei laparoskopischen Eingriffen wird immer eine Intubationsnarkose gefordert. Brustoperationen werden ebenfalls in Vollnarkose durchgeführt. Mit einer Maskennarkose können Ausschabungen vorgenommen werden.
Neurochirurgie
Operationen im Bereich der Wirbelsäule werden immer mit einer Intubationsnarkose gemacht. Eingriffe im schmerztherapeutischen Rahmen können teilweise auch in Lokalanästhesie und mit Stand by durch einen Anästhesisten durchgeführt werden.
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Die meisten HNO-Eingriffe (Entfernung der Gaumen- oder Rachenmandeln, Nasennebenhöhlen-OP) müssen mit Intubationsnarkose durchgeführt werden.
Zahn- und Kieferchirurgie
Auch kieferchirurgische und Zahnoperationen finden in Intubationsnarkose statt.
Plastische Chirurgie
Durch die Vielfalt der Palette an plastischen Operationen kommen auch die verschiedenen Narkosearten zum Einsatz.
Prämedikation
Offene Fragen rechtzeitig klären
Vor einer Narkose werden alle Patienten nach Aufnahme in unserem Krankenhaus von einem Mitarbeiter der Anästhesie-Abteilung besucht. Prästationäre Narkoseuntersuchungen und Aufklärungsgespräche für Narkosen bei ambulanten Operationen finden darüber hinaus täglich in unserer Prämedikationsambulanz statt.
Diese Gespräche sollen in einem ausreichenden zeitlichen Abstand zur anstehenden Narkose stattfinden, um Ihnen die Möglichkeit zu bieten, eventuelle Fragen, die nach dem Narkosegespräch entstehen, zu klären.
Warum ist der Fragebogen so wichtig?
Es wird Ihnen bei Aufnahme ein gelber Aufklärungsbogen mit anhängendem Fragebogen ausgehändigt. Sollte dies versehentlich einmal nicht geschehen, so fragen Sie bitte das Stationspersonal danach, denn im Aufklärungsteil finden Sie bereits vorab wichtige Informationen zu den einzelnen Narkoseformen.
Mit dem Fragebogen kann sich der Anästhesist einen wichtigen Überblick über die Vorgeschichte ihrer Erkrankungen und Medikamenteneinnahme verschaffen.
Bitte füllen Sie diesen Fragebogen frühzeitig aus, denn der Narkosearzt gewinnt durch diesen Fragebogen wichtige Informationen über Sie, Ihre Vorerkrankungen, regelmäßige Medikamenteneinnahme, frühere Operationen und eventuelle Komplikationen bei früheren Narkosen.
So ist es uns möglich, gezielt Fragen an Sie zu richten um Ihre individuellen Risiken abzuschätzen und mit Ihnen zusammen ein für Sie optimales Narkoseverfahren zu wählen.
Welche Untersuchungen werden gemacht?
Um ihren Gesundheitszustand objektiv beurteilen und Ihr persönliches Narkoserisiko einschätzen zu können, sind eine Reihe von Untersuchungen notwendig. Deren Anzahl und Umfang richtet sich nach Ihrem Alter, den bestehenden Vorerkrankungen sowie der Art und Größe des Eingriffs.
Geforderte Basisuntersuchungen sind Bluttests (kleines Blutbild, Gerinnung, Elektrolyte), ab einem Patientenalter von 40 Jahren ein EKG und ab 60 Jahren eine Röntgenaufnahme der Lunge.
Von diesen Altersgrenzen kann im Einzelfall abgewichen werden. Wenn Ihnen oder Ihrem Hausarzt aktuelle Untersuchungsbefunde vorliegen, bringen Sie diese bitte mit.
Nach dieser Voruntersuchung wird Sie Ihr Narkosearzt über die möglichen Narkoseformen, deren Ablauf, Vor- und Nachteile im Hinblick auf Ihren Gesundheitszustand beraten und mit Ihnen – abhängig von der Art der geplanten Operation – den vorliegenden Befunden, ihren Vorerkrankungen und ihren besonderen Wünschen das für Sie günstigste (schonendste) Narkoseverfahren auswählen.
Providente, perioperative Behandlung
Vorausschauende, schonende (providente) Behandlung vor, während und nach operativen Eingriffen
Durch die verbesserte Zusammenarbeit und die Einführung neuer Konzepte konnten an unserem Krankenhaus die an der perioperativen Medizin beteiligten Fächer (Chirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin) eine deutliche Verbesserung der Heilungschancen, der Heilungsgeschwindigkeit, des Patientenbefindens und der Krankenhausaufenthaltsdauer herbeiführen.
Im Gegensatz zum konventionellen perioperativen Patientenmanagement besteht unser providentes, perioperatives Vorgehen (ähnlich der Fast track Rehabilitation anderer Krankenhäuser) darin, weniger invasiv und dafür vorausschauender vorzugehen und insbesondere die Auswirkungen der medizinischen Maßnahmenselbst, besser zu beachten.
Einige der Hauptunterschiede zum bisherigen Vorgehen sind:
- Klare individuelle Patientenaufklärung und Terminplanung statt eines ungewissen, im schlimmsten Fall immer wieder hinausgeschobenen Operationstermins.
- Präoperative Ernährung mit einer speziellen Ernährungslösung – statt sechs Stunden oder mehr Nüchternheit.
- Die Schmerztherapie beginnt schon vor dem Eingriff, womit man gegen eine Schmerzüberempfindlichkeit angeht, die durch die starken Schmerzmittel entstehen kann, die intraoperativ angewendet werden.
- Gabe von Betablockern bei allen Patienten, die auch nur das geringste Herzinfarkt-Risiko aufweisen.
- Zeitgerechte Verabreichung der Medikamente vor der Operation, sodass weder Hunger und Durst, noch sich steigernde Angst vor dem angekündigten Eingriff eintreten.
- Jeder Patient, der eine große Bauchoperation bekommt, wird vor der Operation mit einem thorakalen Periduralkatheter versehen, der während und nach der Operation den Schmerzmittelverbrauch verringert und die Darmtätigkeit eher anspringen läßt. Früher lähmten entweder Schmerz und Stress oder die starken Schmerzmittel die Darmfunktion.
- Schon im Operationsvorraum wird der Patient aktiv aufgewärmt, sodass sein Körper nicht auskühlt. Damit wird das Infektionsrisiko deutlich verringert.
- Es werden nur gut steuerbare Narkosemittel verwendet, sodass der Patient postoperativ nicht oder kaum eingetrübt ist und sofort extubiert werden kann.
- Die Infusionsmenge wird so kalkuliert, dass keine Darmwandschwellung eintritt.
- Fast immer wird der Patient schon am Operationstag mobilisiert. Er darf unmittelbar postoperativ trinken und bekommt am Abend des Operationstages selbst nach großen Eingriffen Suppe oder Joghurt.
Diese und eine Vielzahl weiterer Maßnahmen – insbesondere auch Veränderungen im chirurgischen Vorgehen – tragen dazu bei, dass der Patient schneller gesund wird, seltener Komplikationen aufweist und früher aus dem Krankenhaus entlassen werden kann.
Wir haben in einer genauen Vergleichsuntersuchung geprüft, ob dieses Konzept einer providenten, perioperativen Behandlung tatsächlich wirksam ist und konnten beweisen, dass es den Patienten tatsächlich besser geht.
Sie benötigten zum Beispiel postoperativ deutlich weniger Pflegemaßnahmen, hatten weniger Schmerzen, brauchten weniger Schmerzmittel, waren viel früher fit und konnten so auch früher entlassen werden.
Regionalanästhesie
Regionalanästhesie
Unter einer Regionalanästhesie wird die vorübergehende medikamentöse Ausschaltung des Schmerzempfindens und manchmal auch der Bewegungsmöglichkeit in einer Körperregion – zum Beispiel Bein oder Arm – bezeichnet.
Was passiert bei einer Regionalanästhesie?
Je nach operativem Eingriff und der betroffenen Körperregion werden verschiedene Verfahren angewendet. Dabei kann die lokale Betäubung alleine oder auch in Kombination mit einer Allgemeinanästhesie notwendig sein.
- Periphere Regionalanästhesien (Plexusanästhesie): Eingriffe an den Extremitäten (Schulter, Arm, Hand, Bein, Unterschenkel, Fuß)
- Rückenmarksnahe Regionalanästhesie (Periduralanästhesie, Spinalanästhesie): Schmerztherapie bei thoraxchirurgischen und viszeralchirurgischen Eingriffen, Operationen am Unterbauch (Leistenhernien, Beinen, etc.)
Schmerztherapie
Die Schmerztherapie unserer anästhesiologischen Abteilung widmet sich folgenden Teilbereichen:
- Schmerztherapie nach operativen Eingriffen
- Schmerztherapie bei akuten und chronischen Schmerzen
- Geburtshilfliche Schmerztherapie
Schmerztherapie nach operativen Eingriffen
Schmerzen nach operativen Eingriffen müssen nicht sein. Die heute zur Verfügung stehenden Methoden gewährleisten größtmögliche Schmerzfreiheit und Sicherheit. Viele Patienten fürchten sich mehr vor den ersten Stunden nach einer Operation als vor dem Eingriff selbst.
Für die Behandlung akuter postoperativer Schmerzen hat sich in den letzten Jahrzehnten ein gewaltiger Erfahrungsschatz gebildet. Es wurden wirksamere und sicherere Schmerzmittel entwickelt und neue Methoden etabliert. Daher ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit die Bekämpfung von Schmerzen nach operativen Eingriffen.
Während der Operation und Narkose werden Maßnahmen ergriffen, die die Entwicklung von Schmerzen nach dem Aufwachen verhindern. Nach der Operation werden die Patienten im Aufwachraum oder auf der Intensivstation weiter betreut. Dort gehört die Behandlung von Schmerzen zu den vordringlichsten Aufgaben und wird schnell und zuverlässig durchgeführt.
Bei den meisten Eingriffen profitieren die Patienten von der wiederholten Gabe von Schmerzmitteln in kleineren Mengen, bis sich die Schmerzen deutlich reduziert haben.
Bei besonders schmerzhaften größeren Operationen oder bei Patienten, die Schmerzen viel intensiver erleben als andere Menschen, müssen spezielle, etwas aufwendigere Schmerztherapieverfahren angewendet werden.
In diesen Fällen werden Sie bereits vor der Operation über die Möglichkeiten und die Besonderheiten dieser Methoden informiert. Bereits vor Operationen können spezielle Schmerzkatheter angelegt werden, die die Weiterleitung von Schmerzen an bestimmten Nervenstrukturen vorübergehend unterbrechen oder reduzieren.
Außerdem können spezielle Schmerzpumpen angewendet werden, bei denen die Patienten selbst in der Lage sind, per Knopfdruck Schmerzmittel abzurufen.
Die konsequente und optimierte Behandlung postoperativer Schmerzen ist eine wesentlicher Bestandteil unserer Therapie und stellt eine wichtige Grundlage für einen komplikationsfreien Verlauf nach Operationen dar.
Außerdem wird dadurch die rasche Rekonvaleszenz unserer Patienten unterstützt und eine frühzeitige Krankenhausentlassung ermöglicht.
Schmerztherapie bei akuten und chronischen Schmerzen
Auf den operativen Krankenstationen werden die Schmerzen in der Regel von Ärzten der chirurgischen Abteilung oder den Belegärzten behandelt.
In Situationen, in denen Patienten über besonders starke Schmerzen klagen oder die Behandlung von komplizierten Schmerzzuständen erforderlich ist, wird ein Arzt der Anästhesieabteilung hinzugezogen.
Dieser entscheidet in enger Kooperation mit den primär behandelnden Ärzten, wie die Schmerztherapie verbessert werden kann und ob gegebenenfalls die beschriebenen Schmerzkatheter oder Schmerzpumpen eingesetzt werden. Eine Erfolgskontrolle der Therapie wird durch regelmäßige Visiten sichergestellt.
Im Rahmen unserer stationären Schmerzbehandlung können unter anderem folgende Schmerzsyndrome behandelt werden:
- Schmerzen des Bewegungsapparats
- Tumorschmerzen
- Stumpf- und Phantomschmerzen
- Ischämieschmerzen bei arterieller Verschlusskrankheit
- Neuropathische Schmerzen
- Sympathische Reflexdystrophie
Geburtshilfliche Schmerztherapie
Häufig legen wir zur Unterstützung der spontanen Entbindung bei Schwangeren einen sogenannten Periduralkatheter an.
Die Schmerztherapie über diesen Schmerzkatheter kann die oft äußerst starken Wehenschmerzen deutlich reduzieren, sodass der Geburtsverlauf für die Schwangere angenehmer wird und in einigen Fällen verkürzt werden kann.
Ob dieses Verfahren im Einzelfall angewendet werden kann, entscheidet der Geburtshelfer zusammen mit der Hebamme und dem Anästhesisten.
Die Besonderheiten der Methode können rechtzeitig in einem Beratungsgespräch mit dem Geburtshelfer oder einem Anästhesisten erläutert werden, damit die Schwangere über dieses Verfahren am Geburtstermin informiert ist.