OP-Einsatz unter erschwerten Bedingungen: Die 44. Mission der Feuerkinder in Tansania – inklusive urologischer Premiere und beeindruckendem Erfindergeist
97 Operationen an 15 OP Tagen, 115 ambulante Patienten und eine medizinische Premiere in der Urologie:
Die 44. Mission der „Feuerkinder“ in Tansania war trotz verfrühter Regenzeit ein voller Erfolg. Mit im Team dabei waren Dr. Klaus Schwendner, Schwester Grace Ayoo Küfner und die ehemalige Martha-Maria-Kollegin Daniela Klughardt. Ihr Einsatz zeigt eindrucksvoll, wie medizinisches Know-how aus dem Martha-Maria St. Theresien Krankenhaus auf beeindruckenden afrikanischen Erfindergeist trifft.

Hilfe für die „Feuerkinder“
Der Projektname erinnert an die Ursprünge der Initiative: Hilfe für Kinder, die durch Unfälle an offenen Kochstellen schwere Brandnarben erlitten haben. Heute ist das Spektrum weit gefächert und umfasst hauptsächlich orthopädische Korrekturen bei Klumpfüßen, O- und X - Beinen.

Herausforderungen vor Ort
Nach den politischen Unruhen im Herbst hat sich die Lage in Tansania glücklicherweise beruhigt. Während in Arusha noch Zerstörungen sichtbar waren, bot das USA River Rehabilitation und Training Center (URRC) dem Team eine sicher Unterkunft. Im 8-km-entfernten Nkoaranga Krankenhaus unterstützten die einheimischen Mitarbeiter das Feuerkinder-Team in hervorragender Weise im OP, im Aufwachraum und auf den Stationen. Eine logistische Hürde war diesmal das Wetter: Die verfrühte Regenzeit brachte ungewohnte Kälte und Atemwegsinfekte bei den Kindern mit sich, weshalb einige Operationen schweren Herzens auf das nächste Jahr verschoben werden mussten.

Das Krankenhaus
Medizinische Meilensteine: Premiere in der Urologie
Trotz der Umstände wurde in 15 OP-Tagen Enormes geleistet, um den Patienten eine bessere Zukunft zu ermöglichen:
- 47 Kinder (zwischen 2 Monaten und 24 Jahren) wurden erfolgreich operiert
- 13 erwachsene urologische Patienten erhielten dringend benötigte Eingriffe
- 115 ambulante Patienten wurden untersucht und beraten, sowie 68 Gipsbehandlungen durchgeführt
Ein besonderer Erfolg: Erstmals konnten urologisch-endoskopische Eingriffe durchgeführt werden. Dank der Fachweiterbildung des lokalen Chirurgen Dr. Julius Mollel und moderner Ausrüstung, die durch Spenden finanziert wurde, ist diese spezialisierte Hilfe nun dauerhaft vor Ort möglich.
Expertise trifft auf afrikanischen Erfindergeist
Nachhaltigkeit bedeutet bei diesem Projekt vor allem „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Beeindruckend war dabei der Pragmatismus der tansanischen Kollegen: Um technische Hürden bei den neuen Eingriffen zu nehmen, fertigten sie kurzerhand ein 1,80 Meter hohes Metallgestell an, um das nötige Gefälle für die Spüllösungen zu sichern. Solche Momente zeigen, wie effektiv die Zusammenarbeit zwischen den Kulturen funktioniert.

Dr. Klaus Schwendner über die Arbeit vor Ort: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich das Projekt weiterentwickelt. Besonders der Erfindergeist unserer tansanischen Partner und die Tatsache, dass sie Technik und Eingriffe immer öfter selbstständig durchführen, zeigt, wie nachhaltig unsere gemeinsame Arbeit im Nkoaranga Krankenhaus wirkt.“
Technik-Update und Inklusion
Neben den Tätigkeiten im Operationssaal sorgte Dr. Schwendner mit dem Team für technische Verbesserungen: Von Ultraschallgeräten über Monitore bis hin zur Reparatur von Narkosegeräten wurde die Infrastruktur gestärkt. Ein Besuch beim SETU-Projekt, das Jugendliche mit Behinderungen schulisch und beruflich fördert, unterstrich den ganzheitlichen Ansatz der Hilfe vor Ort.
Gemeinsam stark: Ein Dank an alle Unterstützer
Ein Einsatz dieser Größenordnung ist eine Gemeinschaftsleistung. Ein herzlicher Dank gilt allen privaten Spendern sowie den Partnern: dem Klinikum Nürnberg (urologische Ausrüstung), der Erlanger Praxis Dr. Goldmann/Hornung/Kuhr/Stremme (Ultraschall) und der Firma Karl-Heinz Achtzehn (Technik und Ersatzteile).
Ein besonderer Dank geht an unser Haus, das Krankenhaus Martha-Maria St. Theresien, für die großartige Unterstützung bei der Material- und Medikamentenlogistik sowie die Abwicklung des Transports zum Flughafen.
Wir freuen uns, Dr. Schwendner und Schwester Grace wieder gesund bei uns zu haben!





















